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Hol Über (Sage)

Hol über
In den Büschen am Fuldaufer bei Breitenau geht des Nachts ein Wanerding, das ruft immer: „Hol Über! – Hol Über!“
Da hat vor langen Jahren am Fluss einmal ein junger Fährmann gewohnt, der hatte ein Mädchen lieb uns sie ihn auch. Es war aber ein Bursche im Ort, der hat es ihm nicht gegönnt und ihm ans Leben gewollt. Eines Nachts ruft es vom anderen Ufer: „Hol über!“
Der Fährmann kommt auch mit dem Kahn hinüber; da steigt einer ein, der Fährmann hat ihn nicht erkannt, der Busch hat sich in einen weiten Mantel vermummelt.
Wie sie aber mitten auf dem Wasser sind, geht der Fahrgast auf einmal mit einem Beil auf den Fährmann los, gleitet aber dabei aus und stürzt in die Fulda.
Der Fährmann sieht ihm entsetzt nach, es ist aber keine Spur mehr von dem Menschen zu sehen. Da treibt der Fährmann seinen Kahn ans Ufer, dankt Gott für seine Rettung und spricht ein Gebet für den Toten.
Der aber hat noch keine Ruhe gefunden. Das Nachts wanert er die Fulda auf und ab und ruft bald hier, bald da: „Hol über! Hol über!“

Zeichnung von Katja Witte 2020

Quellennachweis:
Schneider, Hess. Sagenbuch
Aus „Das Heimatliche Sagenbuch, Seite 12; 13“
gesammelt von Otto Riemenschneider, Lehrer in Röhrenfurth
1967 Heimatschollen-Verlag A. Bernecker, Melsungen


GU1142

 


Dateien

1967_xxxx_Hol_ueber_Sage_KW_GU_T.pdf


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Günter Döring
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